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Ein Mensch legt heute im Jahr mit 12.000 Kilometer eine doppelt so lange Wegstrecke zurück wie vor 30 Jahren. In einem Joghurtbecher stecken 2007 rund 50 Prozent mehr Transportkilometer als im Jahr 1987. Was früher als tote Kosten bezeichnet wurde, gilt heute als zivilisatorische Errungenschaft. Die Verfügbarkeit von Waren aus aller Welt an jedem Ort zu Dumpingpreisen wird als persönliche Bereicherung und kultureller Fortschritt empfunden. Winfried Wolf zeichnet die Geschichte des Verkehrs und der Eisenbahn seit ihren Ursprüngen nach. Er beschreibt den Konkurrenzkampf Eisenbahn versus Automobil und den folgenschweren Siegeszug von Öl- und Fahrzeugkonzernen. Der Autor sieht in der gegenwärtigen Struktur des Transportsektors die Konkretisierung des modernen Kapitalismus: die Entfremdung der Individuen und die Verwirklichung des Prinzips "Privatisierung der Profite und Vergesellschaftung der Verluste". Für ihn stellt der explosionsartige Anstieg der Transporte auf Containerschiffen, zu dem es in den vergangenen zwei Jahrzehnten gekommen ist, den Kern der Globalisierung dar. Erst die stoffliche Verdichtung der Warenströme, der wiederum die enorme Beschleunigung und Verbilligung der Transporte zugrunde liegt, ermöglichte die heute so charakteristische extrem arbeitsteilige Produktionsweise. Anders als vor zwanzig Jahren, als die Schiene noch als "altes Eisen? und Autos und Flugzeuge für den Fortschritt schlechthin standen, ist in der offiziellen Verkehrspolitik nun viel von Nachhaltigkeit und von einem "Vorrang Schiene? die Rede. Doch die konkrete Entwicklung der Verkehre verläuft in die entgegengesetzte Richtung: der Autowahn wird verallgemeinert, die Billigfliegerei subventioniert, die Eisenbahnen werden privatisiert und auf Marktnischen verwiesen, die Kapazitäten der Containerhäfen werden verdoppelt. Winfried Wolf plädiert für eine radikal andere Verkehrspolitik: Die pro Person zurückgelegten Kilometer und die je Ware beinhalteten Transportkilometer können und müssen radikal reduziert werden. Allein eine solche Mobilitäts-Utopie ist zukunftsfähig. Mit "Verkehr - Umwelt - Klima" ist Winfried Wolf ein Standardwerk zur Geschichte und Gegenwart des Verkehrs gelungen, das nun in zweiter, aktualisierter Auflage erscheint. Der Autor Winfried Wolf, geboren 1949 in Horb am Neckar, studierte Politikwissenschaften in Freiburg und Berlin. Von 1994 bis 2002 war er Mitglied des deutschen Bundestags. Chefredakteur von „Lunapark21 – Zeitschrift zur Kritik der globalen Ökonomie“. Wie der Klimawandel gestoppt werden kann

Wolfgang Pomrehn

Heiße Zeiten

7,50

Nicht vorrätig

Neue Kleine Bibliothek 122, 236 Seiten

ISBN 978-3-89438-371-8

Die Klimadebatte ist voll entbrannt und geht doch am entscheidenden Punkt vorbei: Es geht um den kompletten Umbau der Industriegesellschaft. Die Frage ist nicht, ob das Zeitalter von Öl, Kohle und Atomenergie zuende geht, sondern wann und wie das geschieht. Den Umbau so schnell wie möglich zu beginnen und nicht abzuwarten, bis die ökologische Krise allgegenwärtig und die ökonomische nicht mehr abzuwenden ist, darum dreht es sich. Und zugleich um die Kontrolle über die gesellschaftlichen Ressourcen: Gelingt die Umstellung der Energieversorgung oder überziehen die Stromkonzerne das Land mit neuen Kohlekraftwerken? Diktiert weiterhin die Autolobby die Verkehrspolitik? Können die Kämpfe für Klimaschutz und sinnvolle Beschäftigung miteinander verbunden werden? Wolfgang Pomrehn trägt die wichtigsten Fakten und Argumente zusammen. Er macht die physikalischen Grundlagen der Klimaprobleme verständlich, nimmt die Bedrohungsszenarien unter die Lupe und diskutiert Sackgassen und echte Alternativen.

Wolfgang Pomrehn, *1962. Diplom-Geophysiker. Lebt als freier Journalist in Berlin. War Korrespondent bei den Klimakonferenzen der UN in Berlin, Bonn, Genf, Den Haag und Kyoto. Zahlreiche Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträge zu Klimaforschung, -schutz und -politik.

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