Wolfram Klein

Kritik der Heinrich’schen Marx-Darstellung

zur Schrift von Michael Heinrich "Wie das Marxsche Kapital lesen" - Ein Diskussionsbeitrag von Wolfram Klein

, ,

4,00

, ,

Die „Kapital-Lese-Bewegung” der letzten Jahre brachte Hunderte und Tausende in Berührung mit einem der wichtigsten Werke der Arbeiterbewegung. Dies kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt: Die Krise des Kapitalismus unterstreicht erneut die dringende Notwendigkeit mit diesem auf Ausbeutung beruhenden System Schluss zu machen. Für diesen Kampf stellte Marx mit dem Kapital eine Methodik und ein ganzes Instrumentarium der Analyse des Kapitalismus zur Verfügung. Kein Wunder, dass diese Analyse und ihre Methoden selbst Feld der Auseinandersetzung sind. Michael Heinrich leistete einen wichtigen Beitrag zur Belebung der Kapital-Lese-Bewegung und zur erneuten Diskussion um dieses Hauptwerk des Marxismus. Seine Schriften werden vielfach als Hilfe für NeueinsteigerInnen in die Kritik der politischen Ökonomie genutzt. Heinrich bricht bei seiner Darstellung allerdings mit Grundlagen der Methode und des Verständnisses von Marx. Während Marx seine geistige und praktische Tätigkeit in den Dienst der Arbeiterbewegung stellte und führender Kopf der ersten Internationale war, sieht Heinrich wenig Veranlassung, eine revolutionäre Organisation oder Arbeiterorganisationen aufzubauen. Heinrichs Theorie beruht auch auf seiner Interpretation des Kapital: Heinrich unterstellt vom Tauschakt (Arbeitskraft gegen Geld) geblendete ArbeiterInnen, die genauso systemimmanent agieren, wie die ihnen gegenüber stehenden Kapitalisten. Mit Heinrichs Darstellung wird der Sozialismus von einer Wissenschaft (beruhend auf dem Verständnis der Rolle der Arbeiterklasse) wieder zu einer Utopie: Ob und wer den Kapitalismus durchschaut und dagegen handeln wird, wird zum reinen Zufall der persönlichen Erkenntnis. Der vorliegende Diskussionsbeitrag beschränkt sich dabei auf die von Heinrich in Bezug auf die beiden ersten Kapitel des Kapitals vorgenommenen Interpretationen, die all diese Schlussfolgerungen stützen sollen. Ich will hier darstellen, wie Heinrich dabei anfangs kaum merkbar, dann immer deutlicher in scharfen Gegensatz zu Marx tritt – ohne dies offen zu legen.

4,00

Produkt-ID: 1155 Artikelnummer: 1155 Kategorien: , , Schlüsselworte: , , , Brand: